Kendo verbindet

In diesem Jahr hat uns Fujiwara-Sensei im Rahmen einer Dienstreise für ein paar Trainingseinheiten besucht. Eine Begegnung, die für viele von uns noch immer wie gestern wirkt. Seit ein paar Wochen ist unsere Diana nun in Japan und vertieft den Kontakt:

Fujiwara-Sensei habe ich kennengelernt, als er in Deutschland bei uns ein paar Trainings gegeben hat. Damals habe ich ihn gefragt, ob ich bei ihm trainieren könnte, wenn ich in Japan bin. Dass es dann wirklich geklappt hat, hat mich natürlich sehr gefreut.

Beim ersten Training ist mir direkt aufgefallen, wie sauber das Kendo von allen war. Auch die anderen Kendoka waren von Anfang an sehr lieb und interessiert. Obwohl ich noch nicht so gut Japanisch sprechen kann, haben alle versucht, sich mit mir zu unterhalten und mir zu helfen. Dadurch habe ich mich direkt sehr willkommen gefühlt und auch gemerkt, wie gastfreundlich die Menschen hier sind.

Fujiwara-Sensei hat mich vor dem ersten みとりげいこ (Mitorigeiko) zum Essen eingeladen. Am nächsten Tag hat er mich dann dem Dojo vorgestellt, in dem ich jetzt trainieren darf. Darüber habe ich mich sehr gefreut und bin ihm dafür sehr dankbar.

In Deutschland trainiere ich meistens mit meinen Freunden in einer Jugendgruppe. Hier trainiere ich dagegen nur mit Erwachsenen. Die Übungen sind eigentlich ähnlich wie in Deutschland, aber hier wird vor allem Jigeiko gemacht.

Was mich besonders gefreut hat war, dass die Senseis mir gesagt haben, dass ich schönes Kendo habe. Darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut – weil es etwas ist, woran ich selbst gerne weiterarbeiten möchte.

~ Diana

Kleine Kämpfer, großer Kampfgeist

Am 12. September haben wir für die Sektion Kendo im Hamburger Judo-Verband ein weiteres Mal die Jugendmeisterschaft und den Jugendlehrgang ausrichten dürfen. Wie zu erwarten gab es wieder spannende, laute und energetische Kämpfe über alle Altersklassen hinweg.

Von uns haben sich platziert:

Technik
Chazka Saputro 1.Platz, Lara Knuth 2. Platz und Bo Gifaldi 3. Platz

6-9 Jahre
Isa Polenzky 1. Platz und Sumi Harashina 2. Platz

10-12 Jahre
Nikita Volkov 2. Platz und Natalie Hamada mit Dominik Domaniecki 3. Platz

13-15 Jahre
Julian Zabrocki 1. Platz und Matti Desch 3. Platz

16+ Jahre
Kilian Sünkel 1. Platz

Team
KKZ mit Oskar Zabrocki 1. Platz
Happy Birthday mit Julian Zabrocki und Lasse Bensieck 2. Platz
Flopp-Flipp mit Isa Polenzky und Kilian Sünkel 3. Platz
Ai-Ki mit Sumi Harashina 3. Platz

Am Sonntag folgte dann noch ein kurzer Lehrgang unter der fachkundigen Leitung von Young-ki Park, 7. Dan Kyoshi aus Seoul, und Haruna Yamaguchi. Hier wurde den Kindern und Jugendlichen nochmal der eine oder andere Impuls von der Fußarbeit bis hin zu Techniken im Shiai mitgegeben.

~ Michi

Julian Zabrocki – Do ist sein Spezialgebiet

Wenn es ein Turnier mit Jugendkategorie gibt, dann ist er am Start – Julian. Ein 13-jähriges Energiebündel, das auch die älteren Jugendlichen ordentlich zum Schwitzen bringt. Mit 10 Jahren hat Julian bei uns angefangen und ist seitdem ein ständiges Gesicht im Jugendtraining und immer auf der Suche nach einem starken Gegner oder einer starken Gegnerin, um sich zu messen.

Wie bist du damals auf uns aufmerksam geworden und was hat dich dazu gebracht bei uns anzufangen?

Ich war damals bereits Mitglied beim SVE (Fußball, Schwimmen) und habe mich nach einer neuen Sportart umgeschaut. Auf den Internetseiten des SVE bin ich dann  auf Kendo aufmerksam geworden und habe mich für das Anfängertraining angemeldet.

Beim 1. Franzbrötchenlehrgang gab Julian wie immer alles

Dienstags und freitags trainierst du bei den Jugendlichen und bist mittlerweile einer der Senpai, die beim Aufwärmen und bei den Grundtechniken die Übungen ansagen. Wie ist das Training in der Jugendgruppe?

Das Training in der Jugendgruppe macht mir viel Spaß, auch wenn das Training manchmal sehr anstrengend werden kann.

Als Senpai wähle ich selbst die Übungen für die ganze Gruppe aus. Das macht mir viel Freude.

Seit kurzem hast du jetzt auch die Erlaubnis bekommen mit den fortgeschrittenen Erwachsenen am Mittwoch und mit den Erwachsenen am Freitag zu trainieren. Wie ist das so im Vergleich zum Jugendtraining?

Das Erwachsenentraining ist viel anspruchsvoller. Alle sind konzentriert und ernst bei der Sache. Es werden auch Techniken geübt, die bei der Jugendgruppe noch nicht eingesetzt werden.

Wenn dich deine Freunde in der Schule fragen, was du da eigentlich als Hobby machst, was antwortest du dann?

Kendo – die Kampftechnik der Samurai.

Gibt es etwas, das dir in der Schule hilft, was du beim Kendo gelernt hast?

Ja, ich habe bemerkt, dass sich meine Ausdauer beim Lernen verbessert hat. Kendo ist auch ein hervorragender Ausgleich nach einem anstrengenden Schultag.

Julian (r.) bei der deutschen Jugendmeisterschaft beim Schlagen eines Do-Treffers.

Am Wochenende bereitest du dich auch häufiger auf Turniere und deutsche Meisterschaften vor. Das zahlt sich aus – in unserem Blog und auf Instagram bist du fast immer mit Medaille zu sehen. Wie erlebst du diesen manchmal echt stressigen Teil von Kendo?

Neben dem Wettbewerb sind auch das frühe Aufstehen, die weiten Reisen und die langen Tage sehr kraftraubend. Mit einer Medaillenplatzierung im Wettbewerb ist das aber ganz schnell wieder vergessen.

Hast du dir schon konkrete Kendo Ziele für 2026 und danach gesetzt?

In 2026 steht meine erste Dan Prüfung an. Ich plane auch wieder an Wettbewerben, wie z.B. der Deutschen Jugendmeisterschaft oder dem Sankei-Cup teilzunehmen. Am besten mit einer Medaillenplatzierung. Die Teilnahme an der Europameisterschaft wäre ein Traum für die Zukunft.

Wenn du dir den Inhalt von einem Training selbst wünschen dürftest, wie würde das Training dann aussehen?

Besonders gut finde ich, wenn wir neue Techniken lernen und diese gleich im Kampf anwenden.

Dann hoffen wir doch darauf, dass es noch viele Techniken zum Lernen gibt und die Erfolge in den Prüfungen und den Turnieren weiter anhalten. Bis zum nächsten Training!