Der zweite Kokoro-Cup

© Dominik Pitz

Nach weniger als einem Jahr war es am Samstag, den 24. Februar, schon soweit den zweiten Kokoro-Cup auszurichten. In diesem Jahr konnten wir uns über Teilnehmerinnen aus allen möglichen Richtungen und mit langen Anreisen freuen. Die längsten in diesem Jahr wohl aus Porto.

Zunächst soll an dieser Stelle unsere Kokoro Okazaki ihre Gedanken zum Turnier äußern können:

たくさんの人が集まった心カップ。多くのサポートと、参加者により大成功だった。宏安道場のメンバーと、参加してくれた人全員に感謝しています。

今回来てくれた人が、また次の仲間を呼び、剣道の輪が広がることを願う。来年は新しい参加者と今年の参加者が再会する場になるだろう。

私は日本に帰りますが、剣道で出会った人を忘れません。ドイツでの生活は、楽しいことだけではなかったけど、剣道のおかげで、私は強くなれました。

皆さんが日本にくる時は、必ず連絡ください。そして、会いましょう!

どうか、剣道を続けてください。そうすると、また素晴らしい出会いがあります。

みんなに、心から感謝しています。

„Der Kokoro-Cup hat viele Menschen angezogen. Mit viel Unterstützung und vielen Teilnehmern war es ein großer Erfolg. Ich möchte mich bei den Mitgliedern des Koan-Ken Dojo und allen, die teilgenommen haben, bedanken.

Hoffentlich werden diejenigen, die dieses Mal gekommen sind, die nächste Gruppe einladen und der Kendokreis wird sich erweitern. Nächstes Jahr werden sich die neuen Teilnehmer und die diesjährigen Teilnehmer wieder treffen.

Ich gehe zurück nach Japan, aber ich werde die Menschen, die ich beim Kendo kennen gelernt habe, niemals vergessen. Mein Leben in Deutschland war aber nicht nur Spaß und Spiel, Kendo hat mich stärker gemacht.

Wenn ihr nach Japan kommt, meldet euch unbedingt bei mir.
Und dann treffen wir uns!

Bitte macht weiter mit Kendo. Dann werdet ihr erneut wunderbare Menschen treffen.

Ich danke euch allen von ganzem Herzen.“

© Dominik Pitz

In der Tat blicken wir mit viel Stolz auf den 2. Kokoro-Cup zurück und mit nicht weniger Zuversicht auf den 3. Kokoro-Cup im nächsten Jahr. Ganze 43 Kämpferinnen und 21 Shinpan hatten sich gemeldet. Damit liesen sich die drei Turniere – Juniorinneneinzel, Fraueneinzel und Teamturnier – nahezu lückenlos und mit voller Energie angehen.

Die Kämpfe fanden durch die Bank auf erfreulich hohem Niveau statt und das eine oder andere Mal wurde es in der Halle ganz ruhig, wenn alle wieder gebannt auf die Kampffläche schauten. In den Turnieren konnten sich am Ende viele über Urkunden und Preise freuen.

Juniorinnen
1. Platz: Tomomi Nakashima (Koan-Ken Dojo, HH)
2. Platz: Chloe Leigh (Centerburry/Bath)
3. Platz: Sayaka Zenon (Canterburry/Bath)
& Amina El Guernaoui (Seikenjuku Oldenburg)
Kampfgeistpreis: Liana Aydin (Koan-Ken Dojo, HH)

Frauen
1. Platz: Miyoko Ota (Kokugikan, Berlin)
2. Platz: Haruna Yamaguchi (Koan-Ken Dojo, HH)
3. Platz: Nora Specht & Tomomi Nakashima (beide Koan-Ken Dojo, HH)
Kampfgeistpreis: Thais Kimura (Budokan Zürich)

Team
1. Platz: TamgoKakeGohan mit Tomomi Nakashima, Kokoro Okzaki und Haruna Yamaguchi
2. Platz: Debananas mit Thais Kimura, Filipa Borges  und Tais Moreno (letztere zwei vom Kendo Clube do Porto)
3. Platz: Ei Gude mit Hoa Le, Anna Deichmann und Rute André (USC Mainz)
& GB Blossoms mit Sayaka Zenon, Chloe Leigh und Yutaka Zenon (Canterburry/Bath)
Kampfgeistpreis: Tomoko Oda (Mumeishi Kendo Club, London)
& Johanna Rüdiger (Shiten Dojo, Leipzig)

Für uns alle zusammen hieß es dann, nach einem schönen Abendessen und einer ruhigen Nacht, am Sonntag wieder die Bambusklingenzu kreuzen. Beim Kendo kann man doch immernoch recht einfach neue Freunde finden, indem man dem Gegenüber mit viel Herz und Wärme auf den Kopf schlägt 😉

Nationalteam-Gathering in Budapest

Bei dem Übungswettkampf in Budapest konnten sich die sieben Mitglieder des deutschen Kendofrauenteams, darunter auch Tomomi Nakashima und Nora Specht aus Hamburg, auf verschiedenen Positionen im Teamkampf ausprobieren. Dabei gehen jeweils fünf Kämpferinnen an den Start. Das Team kämpfte gegen das Vereinigte Königreich, Schweden/Australien, Ukraine, Spanien, Japan vertreten durch ein Team der Internationalen Budo-Universität, Polen, Kroatien, Tschechien und Rumänien. Die Mehrheit der Kämpfe konnte das Team dank der guten Teamdynamik gewinnen. Ein guter Auftakt auf dem Weg zur Weltmeisterschaft.

~ Nora

Kendokader der Frauen mit Tomomi Nakashima (Dritte von links) und Nora Specht (Erste von rechts)

Impressionen von der deutschen Mannschaftsmeisterschaft 2023

Die Zeichen standen vor der Abfahrt gut.
Während im letzten Jahr nur jeweils ein einziges Hamburger Team gestartet war, hatten wir, nicht zuletzt auch Dank unserer regelmäßigen Hamburgtrainings mit allen Vereinen, gleich zwei volle Männer-Teams!
Bei den Damen gab es mit Haruna Yamaguchi, Nora Sprecht und Géraldine de Bryucker das meiner Meinung nach kampfstärkste Team Deutschlands. Auch bei den Männern sah es nicht minder gut aus. Hatten wir doch unter Anderem sogar den Exil-Hamburger Koki Nakashima bei uns, der extra von der Tokio-University zu uns zurück nach Hamburg gekommen war, um mitkämpfen zu können. Gerüchte sagen er sei auch wegen seiner Familie und Freunden heimgekehrt, aber ich bin davon nicht ganz überzeugt 😉 . Ich selbst konnte leider nicht mitkämpfen und habe als Teammitglied Nummer 6 und Motivationsbeauftragter das Team „Hamburg 2“ begleitet. Anfahrt, Shinai-Check und Begrüßung waren ungefähr so spektakulär wie bei jedem anderen Kendo-Turnier in Deutschland.

Den Anfang machte die Damen-Meisterschaft in der sich unser Hamburger Team ohne Gnade bis zum Finale gegen „Hessen 1“ durchschnezelte. So waren die Poolkämpfe in Rekordzeit beendet und man konnte die weiteren Teams auf den übrigen Kampfflächen noch schwitzen sehen. Im Halbfinale trafen unsere Damen auf „Berlin 1“. Nora konnte einen schönen Men-Treffer gegen Yukiko Morimoto landen und einen Gegentreffer vermeiden, bevor Haruna mit Hendrikje Reiher kurzen Prozess machte und damit den Teamkampf noch vor Géraldines Einsatz gegen Miyoko Ota entschied. Im Finale lief es dann leider nicht ganz so gut, als Nora sich im ersten Kampf nach einem Hin-und-her von Men-Treffern für und gegen Khanh Tran mit einem Debana-Kote Treffer letztlich geschlagen geben musste. Haruna trat im Anschluss gegen Alisa Strupp an. Die beiden konnten sich aber gegenseitig keinen Ippon abluchsen und so ging der zweite Kampf als Hikiwake zuende. Mit enormen Druck startete Géraldine also in den letzten Kampf. Nur ein Sieg 2-0 hätte den Hamburgerinnen den Sieg gebracht, aber nach einem Kote-Treffer von Marina Hokari setzte diese zügig auch einen Schlag zentral auf Géraldines Men und gewann somit endgültig für Hessen den Teammeisterinnentitel. Wir gratulieren unseren drei Koan-Frauen zum verteidigten 2. Platz!

Da ich die meiste Zeit beim Team „Hamburg 2“ der Männer verbrachte konnte ich die Kämpfe von „Hamburg 1“ leider nicht so gut mitverfolgen. Was ich sah, war beispielsweise ein souveräner 2-1 Sieg von Lars! Aber letzten Endes musste sich das Team gegen einen sehr starken Pool mit den Teams „Bayern“ und „Berlin 1“ geschlagen geben. Der erste Kampf von „Hamburg 2“ ging gegen das Team „Hessen 2“. Und wie auf jedem Turnier hat man das Gefühl, die Kampfrichter sehen die Punkte der Gegner immer etwas besser als die des eigenen Teams. Nach einem Haufen guter Punkte, einem sehr kurzen 2-0 von Aki, und dem tosenden Beifall der Menge gewann letzten Endes aber Team „Hamburg 2“ den ersten Poolkampf verdient.
Etwas kniffliger wurde es dann bei dem zweiten Poolkampf. Team „Baden“ (späterer 3.Platz) konnte mit starken Kämpfern brillieren und für einen kurzen Moment war ich verunsichert, ob wir es wirklich ohne Gegenwehr ins Finale schaffen würden. So waren die ersten beiden Debana-Kote-Schläge von Koki aus sehr ungünstigen Winkeln, um für die Kampfrichter gut sichtbar zu sein und dazu auch noch blitzschnell. Ein Sieg von Aki hat ebenfalls nicht gereicht und wir mussten uns (mit einem einzigen Punkt Unterschied) gegen Team „Baden“ geschlagen geben. Ich finde zwar wir hatten die besseren Kämpfer, aber auch so sind wir aus dem Pool gekommen.
Danach stießen wir auf „Berlin 1“, die später den 2. Platz belegten und zuvor schon Team „Hamburg 1“ geschlagen hatten. Hier verließ uns trotz meiner Bemühungen der Kampfgeist. Eine unglückliche Niederlage im ersten Kampf brachte das Team in Bedrängnis. Trotz einer 1-0 Führung musste sich sogar der klar überlegene Tobias geschlagen geben, und auch Enzo war leider nicht in der Lage das Team zu retten.
Somit musste sich leider auch Team „Hamburg 2“ diesen mal ohne einen Platz auf dem Podest geschlagen geben … wobei die verlorenen Kämpf allesamt deutlich knapper waren als es das Ergebnis vermuten lässt.

Nicht, dass ich Sportwetten empfehlen würde; aber wenn ich müsste, würde ich nächstes Jahr mein Geld auf einen Sieg von Team Hamburg wetten! Mit so vielen guten Kämpfern und unserem Hamburgt raining kann da eigentlich gar nichts schief gehen.

~ Tobi E.