Am 6. Dezember fand unser diesjähriges Nikolausturnier statt, bei dem sich mehrere dutzend Kendoka bei uns in der Halle der Schule Barlsheide versammelt haben. Vor dem Wettkampf gab es erst noch eine Iaido-Vorführung. Danach ging das eigentliche Turnier los.
Als erstes konnten sich die Anfänger und besonders jungen Kendoka im Technikturnier und mehreren Schaukämpfen beweisen.
Danach ging es mit dem Teamturnier weiter. Die Teams wurden durch Losen zusammengestellt. Auf drei Kampfflächen haben die Teams ihr bestes gegeben um aus den Pools aufzusteigen und sich in der K.O.-Phase durchzusetzen. Besonders spannend wurde es im Finale des Teamturniers, in dem unter anderem Kilian und Aki aufeinander trafen.
Für mich war das das erste Turnier, in dem ich selbst mitkämpfen konnte, daher war ich etwas aufgeregt und hatte sehr viel Spaß. Zusammen mit Nikita und Mohamed habe ich es bis ins Achtelfinale geschafft. Dort haben wir einen Gleichstand erzielt, sind dann aber leider im Entscheidungskampf ausgeschieden.
Mir hat sehr gefallen, so viele andere Kendoka kennenzulernen und ihnen im Shiai zuschauen zu können. Besonders beeindruckend für mich waren die Teams von Aki, Haruna, Kilian, Tomomi, und Zuzanna.
Wenn es ein Turnier mit Jugendkategorie gibt, dann ist er am Start – Julian. Ein 13-jähriges Energiebündel, das auch die älteren Jugendlichen ordentlich zum Schwitzen bringt. Mit 10 Jahren hat Julian bei uns angefangen und ist seitdem ein ständiges Gesicht im Jugendtraining und immer auf der Suche nach einem starken Gegner oder einer starken Gegnerin, um sich zu messen.
Wie bist du damals auf uns aufmerksam geworden und was hat dich dazu gebracht bei uns anzufangen?
Ich war damals bereits Mitglied beim SVE (Fußball, Schwimmen) und habe mich nach einer neuen Sportart umgeschaut. Auf den Internetseiten des SVE bin ich dann auf Kendo aufmerksam geworden und habe mich für das Anfängertraining angemeldet.
Beim 1. Franzbrötchenlehrgang gab Julian wie immer alles
Dienstags und freitags trainierst du bei den Jugendlichen und bist mittlerweile einer der Senpai, die beim Aufwärmen und bei den Grundtechniken die Übungen ansagen. Wie ist das Training in der Jugendgruppe?
Das Training in der Jugendgruppe macht mir viel Spaß, auch wenn das Training manchmal sehr anstrengend werden kann.
Als Senpai wähle ich selbst die Übungen für die ganze Gruppe aus. Das macht mir viel Freude.
Seit kurzem hast du jetzt auch die Erlaubnis bekommen mit den fortgeschrittenen Erwachsenen am Mittwoch und mit den Erwachsenen am Freitag zu trainieren. Wie ist das so im Vergleich zum Jugendtraining?
Das Erwachsenentraining ist viel anspruchsvoller. Alle sind konzentriert und ernst bei der Sache. Es werden auch Techniken geübt, die bei der Jugendgruppe noch nicht eingesetzt werden.
Wenn dich deine Freunde in der Schule fragen, was du da eigentlich als Hobby machst, was antwortest du dann?
Kendo – die Kampftechnik der Samurai.
Gibt es etwas, das dir in der Schule hilft, was du beim Kendo gelernt hast?
Ja, ich habe bemerkt, dass sich meine Ausdauer beim Lernen verbessert hat. Kendo ist auch ein hervorragender Ausgleich nach einem anstrengenden Schultag.
Julian (r.) bei der deutschen Jugendmeisterschaft beim Schlagen eines Do-Treffers.
Am Wochenende bereitest du dich auch häufiger auf Turniere und deutsche Meisterschaften vor. Das zahlt sich aus – in unserem Blog und auf Instagram bist du fast immer mit Medaille zu sehen. Wie erlebst du diesen manchmal echt stressigen Teil von Kendo?
Neben dem Wettbewerb sind auch das frühe Aufstehen, die weiten Reisen und die langen Tage sehr kraftraubend. Mit einer Medaillenplatzierung im Wettbewerb ist das aber ganz schnell wieder vergessen.
Hast du dir schon konkrete Kendo Ziele für 2026 und danach gesetzt?
In 2026 steht meine erste Dan Prüfung an. Ich plane auch wieder an Wettbewerben, wie z.B. der Deutschen Jugendmeisterschaft oder dem Sankei-Cup teilzunehmen. Am besten mit einer Medaillenplatzierung. Die Teilnahme an der Europameisterschaft wäre ein Traum für die Zukunft.
Wenn du dir den Inhalt von einem Training selbst wünschen dürftest, wie würde das Training dann aussehen?
Besonders gut finde ich, wenn wir neue Techniken lernen und diese gleich im Kampf anwenden.
Dann hoffen wir doch darauf, dass es noch viele Techniken zum Lernen gibt und die Erfolge in den Prüfungen und den Turnieren weiter anhalten. Bis zum nächsten Training!
Am 1. November versammelten wir uns mit neun Kämpfenden und drei Shinpan in Odense, um auch in diesem Jahr am Sankei-Cup der Nordfyns teilzunehmen. In den Kategorien Dan, Junior und Open lieferten wir uns spannende und heiße Kämpfe mit den Dänen, unseren Freunden aus Oldenburg, ein paar Schweden, Griechen und auch Maltesern!
In der Dankategorie setzten sich Kilian, Tomomi und ich (Michi) bis ins Viertelfinale durch. Dort unterlag ich Tomomi, Kilian musste sich Mohamed (vom Seikenjuku Oldenburg) geschlagen geben. Nach spannenden Halbfinals standen sich dann Tomomi und Mohamed gegenüber. Tomomi konnte schnell die Führung übernehmen. Mohamed setzte sie aber sofort unter Druck und konnte mit der Zeit zwei saubere Men bei Tomomi landen. Eine starke Leistung war es von Tomomi trotz allem – hatten wir sie alle doch schon mehrfach kurz vor dem entscheidenden Treffer gesehen.
In der Jugendkategorie starteten Diana und Julian gegen starke Gegner. Für beide war es kein Zuckerschlecken. Diana musste sich gegen den oder anderen Riesen aus dem Norden im Kampf behaupten und unterlag in der KO-Runde frühzeitig. Julian wurde von seinen größeren Gegnern häufig unterschätzt und konnte einige Men trotz zwei Köpfen Größenunterschied sauber versenken. Im Halbfinale schied Julian dann nach einem langen Kampf und schon mit einigen Blessuren aus den Vorkämpfen leider gegen Leandro aus. Der schaffte es dann auch im Finale zu überzeugen, womit auch der zweite Pokal nach Deutschland ging.
Zuletzt war die umfangreichste Kategorie des Tages an der Reihe. Alle Jugendlichen und Erwachsenen bis zum 1. Dan warfen sich in den Ring. Für Lucas und Kristina zählt das Turnier zu den ersten Erfahrungen im Wettkampf. Trotz starker, schneller und erfahrener Gegner zeigten sie aber genau wie Leon, Lasse und Diana, dass die wichtigste Richtung für uns immer nach vorne ist! Durch den größten KO-Baum des Tages haben sich schließlich Kilian und ich bis ins Finale gekämpft. Damit war schonmal besiegelt, dass der letzte Pokal des Tages zu uns ins Koan-Ken Dojo geht. Vermutlich, weil wir schon im Training so häufig gegeneinander antreten, wussten wir genau, vor welchen Angriffen wir uns in Acht nehmen sollten. Nach einiger Zeit hat es Kilian geschafft, mit einem unglaublich schnellen Hiki-Men in Führung zu gehen. Mit einem von zwei der drei Shinpan anerkannten Gyaku-Do konnte ich aber ausgleichen. Direkt nach dem Start für den Kampf um den entscheidenden Punkt warf sich Kilian nach vorne, um selbst ein Gyaku-Do zu punkten, wurde aber schneller von einem Katate-Men getroffen.
Nach der Verleihung der Medaillen und ein bisschen freiem Jigeiko zum Schluss ging es dann fix unter die Dusche, um sich beim All-you-can-eat zu stärken. Nach einer ruhigen Nacht trainierten wir am Sonntag noch für zwei Stunden mit alten und neuen Freunden, bevor wir uns dann wieder auf den Heimweg machten.
Heute möchten wir euch eine junge Dame vorstellen, die es im Sommer schon zum Meistertitel in Schleswig-Holstein geschafft hat: Diana. National und international schon für ihren Kampfgeist gelobt und ausgezeichnet.
Erzähl doch mal, wie du das Koan-Ken Dojo gefunden hast und wie dein Start bei uns so war?
Mein erster Sensei Matthias hat mich an euch weitergeleitet. Dann habe ich mich entschieden beim Anfängerkurs teilzunehmen und wurde super herzlich empfangen!
In aller Regel bist du unter der Woche in Lübeck beim Training, kommst aber Freitag immer zu uns. Wie erlebst du das Training bei uns? Und vergleicht sich das mit Lübeck?
Ich habe in beiden Dojos richtig viel Spaß aber bei euch habe ich viele tolle Freundschaften geschlossen und das Training ist für alle, die möchten auch mehr Turnier orientiert als in Lübeck. Meine Senseis sind mir sehr ans Herz gewachsen.
Das Training bei euch fühlt sich einfach immer ein bisschen wie Nachhausekommen an.
Deinen Kendostart hattest du in Lübeck; Wie wurdest du bei uns aufgenommen?
Von Anfang an total offen und nett. Ich war ja keine richtige Anfängerin mehr weshalb ich schnell zu den Fortgeschrittenen zugeteilt wurde, wobei ich mir um ehrlich zu sein am Anfang sehr viele Gedanken gemacht habe, was die Fortgeschrittenen von meinem Kendo halten. Ich habe aber schnell gemerkt, dass ich mir gar keine Gedanken machen muss, denn alle waren sehr lieb und hilfsbereit. Das hat mir geholfen schnell besser zu werden und noch motivierter zu trainieren.
Vor kurzem durften wir erfahren, dass du für einen Auslandsaufenthalt in Japan ausgewählt wurdest. Worauf freust du dich da am allermeisten?
Ich freue mich riesig auf das Training dort und darauf, japanisch zu lernen. Ich möchte Kendo direkt in seinem Ursprungsland erleben.
Mit den anderen aktiven Jugendlichen und Erwachsenen bist du häufiger in Deutschland und Dänemark unterwegs. Wie erlebst du die langen Kendowochenenden mit deinen Dojokameraden?
Mit jedem Turnier kommt man sich als Team näher. Wir motivieren uns gegenseitig und es macht mich total glücklich zu sehen, wie alle sich ständig verbessern. Außerdem haben wir immer eine richtig gute Zeit zusammen und sammeln viele schöne Erinnerungen.
Beim Sankei-Cup bin ich zwar in keinem Kampf weit gekommen, aber meine Freunde haben mich nach jedem einzelnen Kampf aufgemuntert und motiviert weiterzumachen. Beim Training am nächsten Tag wurde mir gesagt, was ich besser machen könnte. Daran werde ich jetzt auch erstmal arbeiten.
Welche Kendoziele setzt du dir selbst für 2026? … oder auch darüber hinaus?
Ich möchte mich gerne wieder bei der Landesmeisterschaft Schleswig-Holstein platzieren und mein Kendo weiterentwickeln vor allem schöner und schneller machen.
Nehmen wir mal an, dass im Jugendtraining „wünsch dir was“ auf dem Plan steht – welche Übungen sind für dich persönlich absolut unverzichtbar, wenn du besonders viel Spaß haben willst?
Unser Training gefällt mir sowieso schon gut. Am meisten Spaß habe ich, wenn wir Übungskämpfe oder Oikomi machen.
Na dann würde ich Mal sagen, dass wir uns beim nächsten Oikomi wieder sehen werden 😉